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April KALENDERBLATT 9.4.1921

9. April 1921

Fürsorge war gestern: Gründung des Westfälischen Blindenvereins (WBV) - heute Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen (BSVW)

Fürsorge war gestern: Gründung des Westfälischen Blindenvereins (WBV) - heute Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen (BSVW)

Es waren bewegte Zeiten im April 1921, geprägt von Umbrüchen im Denken und in der Gesellschaft. Die erste demokratische Verfassung Deutschlands setzte auf Selbstbestimmung und soziale Verantwortung. Genau wie die Menschen, die am 9. April 1921 in Soest den Westfälischen Blindenverein gründeten. Der Anfang war gemacht, der Ansatz klar: weg von der Bevormundung, das Schicksal in die eigene Hand nehmen. Vorreiter waren tausende kriegsblinde Männer, die dem „Vaterland gedient" und ihr Leben riskiert hatten. Anders als die sogenannten Friedensblinden hatten sie Bildung genossen, Schulen besucht und Berufe gelernt. Gründe genug, sich nicht in Bescheidenheit zu üben und anderen blinden Menschen dieselben Chancen zu ermöglichen. Dass Vereinsmitglieder heute in den örtlichen Behindertenbeiräten aktiv sind, dass der BSVW Stellungnahmen im NRW Landtag abgibt, eigene barrierefreie Immobilien baut und die Themen Inklusion und Teilhabe vielfältig einfordert ... konnte damals niemand vorhersehen."

HINHÖREN „GLÜCKWUNSCH!" - Wir sehen weiter!

„Einhundert Jahre sind ein Grund zum Feiern!"
Der Verein hat den Weg von der Fürsorge zum selbstbestimmteren Leben, zur Teilhabe geschafft. Das Motto war „nichts ohne uns über uns!" Und das gilt auch heute noch: Der Blinden- und Sehbehindertenverein ist heute eine von mehreren Organisationen für blinde und sehbehinderte Menschen, die gehört wird und anerkannt ist.
Swetlana Böhm, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen (BSVW). Ein Statement von ihr finden Sie in voller Länge hier unter diesem Link.

NACHRICHTEN UND NOTIZEN

1. April 1920: Das „Reichsversorgungsgesetz" sorgt für Zündstoff.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrten 2,7 Millionen Soldaten mit dauerhaften Beeinträchtigungen heim in die deutsche Republik und verlangten, gestützt auf neue Organisationen, materielle Hilfe vom Staat. Das Reichsversorgungsgesetz von 1920 gewährte Renten für die Kriegsversehrten sowie Hilfen bei der Ausbildung oder Arbeitsplatzsuche. Für sie war also gesorgt. Doch wo blieben die anderen, die so genannten „Friedensblinden"? In den Selbsthilfeorganisationen - darunter auch der Westfälische Blindenverein – mussten Menschen erst lernen, sich zusammenzuschließen und nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.
>>> Weiterlesen / Weiterhören: „Fürsorge war gestern - wie Selbsthilfe sich behauptet" aus: HINGUCKER AUS HUNDERT JAHREN. Festschrift zum Jubiläumsjahr des Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen (BSVW).

Endlich gleichberechtigt. Was sich im April 1920 beim Wahlrecht änderte.
Mit dem Reichswahlgesetz vom 27. April 1920 bekamen alle blinden Menschen endlich das Recht zu wählen. Bis dahin waren aufgrund der Armengesetze die in Anstalten lebenden blinden Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch die übrigen auf Unterstützung Angewiesenen vom Wahlrecht ausgeschlossen. Ein knappes Jahr später dann wählten blinde Menschen in Westfalen ihre erste Selbstvertretung: Am 9. April 1921 gründeten sie den Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen (BSVW).

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Sehbehinderungen und Blindheit treten aus vielen unterschiedlichen Gründen auf. Sie können aus Unfällen resultieren oder die Folge von Krankheiten sein.
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