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Steuerfreibeträge

Blinde- und sehbehinderte Menschen können eine Reihe wichtiger Steuerfreibeträge und so behinderungsbedingte Mehrkosten geltend machen.

Pauschbeträge für Menschen mit Schwerbehinderung und Pflegepersonen

Schwerbehinderten Menschen wird bei der Einkommen- und Lohnsteuer ein Pauschbetrag wegen der Behinderung eingeräumt. Der Pauschbetrag wird durch die ausstellende Gemeinde in der Lohnsteuerkarte eingetragen. Bei einem Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 25, aber unter 50 wird der Pauschbetrag u.a. dann gewährt, wenn die Behinderung die körperliche Bewegungsfähigkeit nachgewiesenermaßen durch eine dauernde Seh- oder Hörschädigung beeinträchtigt.

Höhe des Pauschbetrages (pro Jahr):

Stufe 1 / GdB 25 - 30: 310 Euro
Stufe 2 / GdB 35 - 40: 430 Euro
Stufe 3 / GdB 45 - 50: 570 Euro
Stufe 4 / GdB 55 - 60: 720 Euro
Stufe 5 / GdB 65 - 70: 890 Euro
Stufe 6 / GdB 75 - 80: 1060 Euro
Stufe 7 / GdB 85 - 90: 1230 Euro
Stufe 8 / GdB 95 - 100: 1420 Euro

Für blinde Menschen (Ausweismerkzeichen Bl) und behinderte Menschen, die hilflos sind (Ausweismerkzeichen H oder durch einen Bescheid der Pflegekasse über die Einstufung in die Pflegestufe III), erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 Euro unabhängig davon, ob eine Pflegekraft beschäftigt wird.

Unter bestimmten Voraussetzungen können bei der Steuererklärung über den Pauschbetrag hinaus weitere außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden (z. B. Kraftfahrzeug-, Kinderbetreuungs- oder Krankheitskosten, Heimunterbringung) – auch wenn sie mit dem Leiden zusammenhängen, das die Behinderung bewirkt oder verursacht hat und für das der Pauschbetrag gewährt wird. Das gleiche gilt für Kuren.

Pflege - Pauschbetrag

Pflegepersonen, die hochgradig sehbehinderte oder blinde Menschen persönlich pflegen, können nach § 33b EStG einen Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Kalenderjahr geltend machen, wenn

  • die gepflegte Person hilflos ist (Merkzeichen H im Schwerbehindertenausweis)
  • eine enge persönliche Beziehung zu der gepflegten Person besteht (in der Regel Angehörige oder Partner einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft)
  • der Steuerpflichtige die Pflege in seiner Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person persönlich durchführt
  • der Steuerpflichtige für die Pflegeleistungen keine steuerpflichtigen oder steuerfreien Einnahmen erhält.

Erhält die pflegebedürftige Person ein Pflegegeld aus der Pflegeversicherung und gibt dieses teilweise oder ganz an die Pflegeperson weiter, zählt das Pflegegeld als steuerfreies Einkommen. In diesem Fall kann die Pflegeperson den Pflege-Pauschbetrag nicht in Anspruch nehmen.

Aufwendungen für die Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt

Nach § 33a Abs. 3 EStG können bei Beschäftigung einer Haushaltshilfe die Aufwendungen dafür bis zu einem Betrag von 924 Euro jährlich als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn entweder

  • der Steuerpflichtige
  • der Ehegatte
  • ein zum Haushalt gehörendes Kind oder
  • eine andere zum Haushalt gehörende Person, für die eine steuerliche Ermäßigung wegen Unterhaltsleistungen gewährt wird, schwerbehindert oder hilflos ist.

Kosten für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Schwerbehinderte Arbeitnehmer mit einem GdB von wenigstens 50 und Merkzeichen G oder einem GdB ab 70 können anstelle der Entfernungspauschale für eine Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die tatsächlichen Fahrtkosten als erhöhte Werbungskosten geltend machen.

Hierzu gehören neben den Betriebskosten die Absetzungen für

  • die ersten 20 km Entfernungskilometer
  • Aufwendungen für Reparatur und InspektionGaragenmiete
  • SteuernVersicherungen
  • ParkgebührenZinsen für einen Kredit
  • Beiträge zu einem Automobilclub.

Ohne Einzelnachweis der tatsächlichen Aufwendungen können 0,60 Euro je gefahrenem Kilometer für eine Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstelle geltend gemacht werden.
Schwerbehinderte Arbeitnehmer, die die o.g. Voraussetzungen erfüllen und das Kraftfahrzeug wegen der Behinderung nicht selbst fahren können und deshalb zur Arbeit gebracht und wieder abgeholt werden müssen, können die tatsächlichen Fahrtkosten zusätzlich auch für die Leerfahrten geltend machen.

Behinderungsbedingte Fahrtkosten

Schwerbehinderte mit einem GdB von 70 und Merkzeichen G oder mit einem GdB von wenigstens 80 können in angemessenem Umfang die Kraftfahrzeugkosten für Privatfahrten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Als angemessen gilt im Allgemeinen ein Aufwand für unvermeidbare Privatfahrten von 3000 km jährlich.

Blinde (Merkzeichen Bl) und hochgradig Sehbehinderte (Merkzeichen H) können grundsätzlich alle Kraftfahrzeugkosten für Privatfahrten (auch Erholungs-, Freizeit-, Besuchsfahrten) bis zu 15000 km jährlich geltend machen.

Auskünfte über diese und andere steuerliche Fragen (z. B. Grundsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer, Umsatz- und Vermögenssteuer) gibt das zuständige Finanzamt.

Dort ist auch die aktuelle Höhe der verschiedenen Freibeträge zu erfahren.

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