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Erwerbsfähigkeit

Die verminderte Erwerbsfähigkeit bezeichnet einen krankheits- bzw. behinderungsbedingten physischen bzw. psychischen Zustand, der die Fähigkeit eines Menschen einschränkt, seinen Lebensunterhalt mit der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zu verdienen. Sie wird in Prozent-Graden angegeben und ist nicht zu verwechseln mit dem Grad einer Behinderung.
In Deutschland spielt dieser Begriff vor allem für eine Rente wegen Erwerbsminderung aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rolle. Seit dem 01.01.2005 stellt die Erwerbsfähigkeit auch ein Kriterium dafür dar, ob man Ansprüche nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) oder nach dem Sozialhilferecht (SGB XII – hier: Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung oder Hilfe zum Lebensunterhalt) hat, sofern man seinen Lebensunterhalt nicht selbst sicherstellen kann. Für die Gewährung von Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung müssen medizinische und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Medizinische Voraussetzungen

Der Rentenversicherungsträger prüft die Erwerbsminderung anhand von ärztlichen Unterlagen und Gutachten und stellt das Leistungsvermögen fest. Je nachdem wie lange der Antragsteller noch täglich arbeiten kann (Leistungsvermögen), hat er einen Anspruch auf die teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente.

Rente wegen voller Erwerbsminderung (Erwerbsunfähigkeit)

Versicherte haben Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch weniger als drei Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten können.

Die zeitliche Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt spielt keine Rolle, wenn jemand nicht mehr unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten kann. Erwerbsgeminderte, die aufgrund des schlechten Sehvermögens nur noch in Blinden- und Sehbehindertenberufen (z.B. Masseur) tätig sein können, aber keine Ausbildung in einem solchen Beruf haben, können nicht unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein. Es ist daher eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu gewähren - vorausgesetzt, dass eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht in Betracht kommt.

Neben der vollen Erwerbsminderungsrente (Erwerbsunfähigkeitsrente) darf derzeit bis zu 450 € im Monat hinzuverdient werden.
Vollerwerbsgeminderte, die mehr als 450 € hinzu verdienen, sollten sich unbedingt vorher beraten lassen, da ein solcher Hinzuverdienst bis hin zum Wegfall der Rentenzahlung führen kann. Abhängig vom individuell erzielten Hinzuverdienst wird die Rente wegen voller Erwerbsminderung dann in voller Höhe, in Höhe von drei Vierteln, in Höhe der Hälfte oder in Höhe von einem Viertel gezahlt.

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

Einige blinde oder sehbehinderte Menschen haben einen Beruf oder einen Beruf in Aussicht, den sie trotz ihrer Behinderung ausüben können. Sie fühlen sich jedoch mit einer Vollzeittätigkeit überfordert. Die Überbelastung führt nicht selten zu psychosomatischen Erkrankungen. Sie sollten sich dann beraten lassen, ob in ihrem Fall eine Teilerwerbsminderungsrente eine Lösung sein könnte. Versicherte, die eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung möchten, weil sie einen Teilzeitarbeitsplatz haben oder in Aussicht haben, sollten dies im Rentenantrag deutlich machen.

Versicherte haben Anspruch auf eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch zwischen drei und unter sechs Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten können.

Die Höhe der Rente entspricht der Hälfte einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.
Neben einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung kann noch eine Teilzeittätigkeit ausgeübt und hinzuverdient werden. Abhängig vom individuell erzielten Hinzuverdienst wird die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung dann in voller Höhe oder in Höhe der Hälfte gezahlt.

Überschreitet der Verdienst alle Hinzuverdienstgrenzen, wird die Rente nicht mehr gezahlt. Der Rentenanspruch selbst bleibt jedoch erhalten, sofern Versicherte weiterhin erwerbsgemindert sind. Sobald wieder weniger hinzuverdient wird und der Arbeitsverdienst wieder unterhalb der Hinzuverdienstgrenze liegt, erhalten Versicherte auch wieder eine entsprechende Rentenzahlung.

Die Regelungen zum Hinzuverdienst sind sehr umfangreich. Vor der Aufnahme einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit sollten sich Versicherte bei ihrer Rentenversicherung informieren.
Die Hinzuverdienstgrenzen ändern sich zu Beginn eines jeden Kalenderjahres.

Versicherten, die arbeitslos sind, weil ein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz nicht vorhanden ist, wird ausnahmsweise eine Rente wegen voller Erwerbsminderung aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarktes gewährt.
Versicherte gelten im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung nicht als arbeitslos, wenn sie selbst den Arbeitsvertrag gekündigt haben und dadurch arbeitslos gemeldet sind.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen:

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen liegen vor, wenn der Antragsteller

  • die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat (derzeit 65+ Jahre),
  • mindestens fünf Jahre (Wartezeit) versichert ist,
  • in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt hat.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt sein. Das ist der Fall, wenn z.B. wegen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit, einer Wehr-/Zivildienstbeschädigung oder eines politischen Gewahrsams die Erwerbsminderung eingetreten ist.
In der Regel reicht hierfür ein Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung aus.

Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren ist ebenfalls vorzeitig erfüllt, wenn die Erwerbsminderung vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eingetreten ist. Voraussetzung ist, dass in den letzten zwei Jahren mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt worden sind.

Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wurde zum 31.12.2000 abgeschafft und durch die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (Erwerbsminderungsrente) ersetzt. Die Berufsunfähigkeitsrente wird jedoch weiterhin gezahlt, wenn der Anspruch darauf vor dem 01.01.2001 entstanden ist, solange die Anspruchsvoraussetzungen, die für die Bewilligung der Rente maßgebend waren, weiterhin vorliegen. Sie beträgt zwei Drittel der Erwerbsunfähigkeitsrente, die – allerdings unter zusätzlicher Berücksichtigung einer Zurechnungszeit - wie eine Altersrente berechnet wird.

Versicherte, die vor dem 02.01.1961 geboren und berufsunfähig im Sinne des bis zum 31.12.2000 geltenden Rechts sind, können ab 01.01.2001 im Rahmen einer Vertrauensschutzregelung eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten.
Ein Versicherter ist berufsunfähig, wenn seine Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zu einem gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als die Hälfte – für die Feststellung von Berufsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ab 01.01.2001 auf weniger als 6 Stunden täglich - gesunken ist und er in keinem anderen zumutbaren Beruf in größerem Maße erwerbstätig sein kann. Welcher andere Beruf dem Versicherten dabei noch zugemutet werden kann, hängt von seiner Ausbildung, von seinem bisherigen beruflichen Werdegang und seiner tariflichen Einstufung ab.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/Muttertexte/04_leistungen/01_rente/erwerbsminderung_stand_august_2014.html?cms_submit=Los&cms_resultsPerPage=5&cms_templateQueryString=berufsunf%C3%A4higkeit+voraussetzungen

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