Schriftgröße:
Kontrast:  a a a a a /

BSVW Logo

02 31 - 55 75 90-0
Qualifizierte Beratung und Hilfe bei Sehverlust

info@bsvw.de
oder nutzen Sie unser Kontaktformular

Sie befinden sich hier:   // 5: Infothek Auge // 5.5: Ratgeber von A-Z

Uveitis

Unter Uveitis versteht man eine Entzündung der Uvea, die sich aus Regenbogenhaut (Iris), Ziliarkörper und Aderhaut (Choroidea) zusammensetzt. Eine Uveitis kann das gesamte Auge betreffen (Panuveitis) oder begrenzt sein auf die Regenbogenhaut (Iritis, Uveitis anterior), den Ziliarkörperbereich und den Glaskörper (Uveitis intermedia) oder die Aderhaut bzw. Netzhaut (Uveitis posterior).

Symptome

Eine Uveitis kann ein- oder beidseitig vorliegen und einmalig oder rezidivierend auftreten. Ausgeprägte Sehverschlechterungen sind in der Regel Folge von rezidivierenden Uveitiden, bei denen es im Krankheitsverlauf zu schubweisen Verschlechterungen kommen kann. Die Symptomatik einer Uveitis kann sehr unterschiedlich sein.

Uveitis anterior

Bei einer Uveitis anterior kommt es oft zu einer Sehschärfenminderung. Möglich sind auch Blendempfindlichkeit, leichte Schmerzen und eine Augeninnendruckerhöhung. Tritt eine Uveitis anterior wiederholt auf, kann es zur vorzeitigen Ausbildung einer Katarakt mit Sehschärfenminderung und zur anhaltenden Augeninnendruckerhöhung (Sekundärglaukom) kommen, die eine entsprechende Behandlung erfordern.

Uveitis intermedia

Die Uveitis intermedia kann oft sehr lange unbemerkt verlaufen, da sie zunächst Augenbereiche betrifft, die für das tägliche Sehen kaum von Bedeutung sind. Im Verlauf kann es zu einer Sehschärfenminderung, einer Erhöhung oder Verminderung des Augeninnendrucks sowie ebenfalls zur Ausbildung einer Katarakt kommen.

Uveitis posterior

Bei der Uveitis posterior ist die Symptomatik abhängig von der Lokalisation. Während Veränderungen der peripheren Aderhaut unbemerkt bleiben können, kommt es bei Beteiligung der zentralen Aderhaut in der Regel zu einer deutlichen Sehverschlechterung.

Ursachen

Die Ursachen für eine Uveitis sind vielfältig und im Einzelfall oft nur schwer zu bestimmen. Selbst bei ausgedehnter Diagnostik lässt sich nicht immer eine Grunderkrankung für eine Uveitis nachweisen. Häufig ist das Auftreten einer Uveitis als Mitbeteiligung bei Erkrankungen wie z.B. dem Morbus Bechterew und dem Morbus Behçet. Allerdings können auch Infektionserkrankungen wie eine Tuberkulose, eine Herpes-Infektion und eine Syphilis - neben sehr vielen anderen
Möglichkeiten - im Verlaufe der Grunderkrankung zu einer Mitbeteiligung am Auge in Form einer Uveitis führen.

Maßnahmen/Therapie

Die Behandlung einer Uveitis sollte immer orientiert an der Aktivität und der Art der Uveitis erfolgen, um eine bleibende Schädigung soweit wie möglich zu vermeiden.

In der Regel lässt sich bei der vorderen Uveitis durch eine Behandlung mit verschiedenen Augentropfen, die antientzündlich wirken (z.B. Cortison) und die Pupille weitstellen (z.B. Mydrialatropin), rasch eine Besserung und Abheilung erzielen.

Die mittlere (intermedia) und die hintere (posteriore) Uveitis werden häufig mit Cortison-Tabletten oder Injektionen unter/hinter das Auge therapiert. Die hinter der Linse gelegenen Strukturen werden von Augentropfen nicht ausreichend erreicht.

Darüber hinaus kann nach Abheilung des akuten Schubs eine Dauertherapie mit Cortison oder anderen immunsuppressiven Medikamenten nötig sein, um neue Schübe zu vermeiden.
Der Verlauf kann durch das Auftreten von Komplikationen wie einer begleitenden Netzhautablösung oder der Ausbildung eines Makulaödems kompliziert werden. U.U. ist auch bei der Uveitis intermedia und der Uveitis posterior ein operatives Vorgehen notwendig, wenn die Entzündung nicht ausreichend auf entzündungshemmende Medikamente anspricht oder sich Membranen oder Netzhautablösungen gebildet haben. Auf Grund eines Makulaödems kann es zu schweren dauerhaften, sich nicht zurückbildenden Störungen des Sehvermögens kommen.

Das Risiko für weitere Komplikationen erhöht sich mit der Häufigkeit der Schübe, so dass evt. auch weitere operative Eingriffe (z.B. Glaskörperoperation, Kataraktoperation, Behandlung des Sekundärglaukoms) erforderlich werden.

U.U. bietet die Behandlung mit Interferon langfristig bessere Perspektiven. Bei der Behandlung der chronisch- rezidivierenden Uveitis sind regelmäßige Therapiekontrollen und die Anpassung der Behandlung an die jeweilige Situation am Auge wesentliche Voraussetzungen, um das Sehvermögen so gut wie möglich zu
stabilisieren.

Trotz der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ist es bei der chronisch- rezidivierenden Uveitis aber häufig nicht möglich, eine Sehverschlechterung zu verhindern.

Infothek Auge

Frau beim Augenarzt
Welche Ursachen können Blindheit oder Sehbehinderung haben?
Sehbehinderungen und Blindheit treten aus vielen unterschiedlichen Gründen auf. Sie können aus Unfällen resultieren oder die Folge von Krankheiten sein.
Mehr Informationen

Unterstützen

Projekte & Förderung
Spende für Sehbehinderten- und Blindenselbsthilfe
Als gemeinnützige Organisation ist der BSVW e.V. in erheblichem Maß auf Fördermittel angewiesen. Hier können Sie direkt online spenden.
Mehr Informationen
.

xxnoxx_zaehler

.

xxnoxx_zaehler